Sauber verbrennen - ein Widerspruch in sich? - Seit 1990 wurde der Schadstoffausstoß von Nutzfahrzeugen beispielsweise um 97% gesenkt. Wie ist das möglich?
Es ist ein Zusammenspiel aus technischen und grundlegenden wissenschaftlichen Gegebenheiten. Zu den technischen zählt, dass eine Optimierung der Verbrennung im Brennraum optimiert wurde. Die Common - Rail - Technologie in Verbindung mit der Turbolader - Technik tragen insbesondere dazu bei. Aber auch die werkstofftechnischen Errungenschaften wie hochfester Leichtbau. Hierdurch wird die Masse des Fahrzeugs erheblich vermindert, was einen geringeren Kraftstoffverbrauch und somit auch weniger Schadstoffemissionen mit sich bringt.
Grundsätzlich basieren alle technischen Wunderwerken auf der Chemie und Physik. Insbesondere im Motorraum die Chemie. Alles ist irgendwie im Gleichgewicht - jede chemische Reaktion. Manchmal liegt das Gleichgewicht allerdings auf der Produktseite - und manchmal mehr auf der der Ausgangsstoffe. Bedingt durch die hohe Temperatur im Brennraum und dem hohen Luftgehalt (14 Teile Luft zu einem Teil Kraftstoff) existiert auch sehr viel Stickstoff und Sauerstoff im Zylinder. Bei hohen Temperaturen verbinden sich diese Elemente zu Stickoxiden, die wiederum bodennahes Ozon verursachen können. Die hohen Temperaturen haben aber den Vorteil, dass der Kraftstoff nahezu vollständig verbrennt. Was tun?
Eine Möglichkeit ist es, die Verbrennungsspitzentemperatur zu senken. Dazu wird hinter dem Auslasskrümmer (siehe MIG II) ein Teil des Abgasstroms der Frischluft zugeführt. Dadurch befindet sich im Zylinder Abgas, das sich inert verhält. Das bedeutet: es nimmt nicht an der Verbrennung teil - also wird dadurch die Temperatur und damit auch die NOx - Emission gesenkt. Allerdings wird der Kraftstoff ungünstig verbrannt - es entstehen aufgrund der geringen Temperatur mehr Rußpartikel.
An dieser Stelle ist im Grunde die Grenze der motorinternen Möglichkeiten zur Emissionsminderung erreicht.
Man sieht also: das Zusammenspiel von chemischen und physikalischen Gesetzen in Kombination mit Werkstoffwissenschaften geht mit der Entwicklung neuer Technologien einher. - Alles beinflusst sich gegenseitig, steht im Gleichgewicht.

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