Verfasst von: Martin Rösler | 5. Februar, 2008

MIG Teil II: Energie aus dem Abgas

Energie aus dem Abgas zu gewinnen – klingt paradox. Das kann man doch gar nicht gebrauchen. Was soll man da noch gewinnen? – Die im Kraftstoff chemisch gebundene Energie wird im Verbrennungsraum in thermische Energie umgewandelt. Diese wird wiederum teilweise in mechanische Energie umgewandelt. Das, was nach dem Verbrennen übrig bleibt, ist Abgas mit einer relativ hohen Temperatur von etwa 900°C. Wer schonmal einen Auspuff angefasst hat, weiß, wovon ich rede (die Temperaturen am Ausgang sind allerdings nicht so hoch). Die im Abgas enthaltene Energie entspricht etwa 30% der Energie, die im Kraftstoff enthalten ist.

Die hohen Temperaturen zu nutzen, um Wärme im Fahrzeuginnenraum zu erzeugen macht nur im Winter Sinn. Vielmehr muss also der Motor einen Nutzen daraus ziehen können. Das Stichwort lautet: Abgasturboaufladung. Hierzu wird unmittelbar nach dem Abgaskrümmer, der wiederum den zusammengefassten Abgasauslass aus den Zylindern darstellt, eine Turbine in das Abgasrohr installiert. Diese Turbine ist mit einer anderen Turbine in der Frischluftzufuhr verbunden. Diese arbeitet allerdings genau andersherum: sie verdichtet die dem Motor zugeführte Frischluft – erhöht also deren Druck. Hierzu wird also Druck-, Wärme- und Strömungsenergie des Abgases genutzt.

Eine Druckerhöhung der Frischluft führt dazu, dass mehr Sauerstoff im Brennraum zur Verfügung steht, um mehr Kraftstoff zu verbrennen und somit die Leistung des Motors zu steigern. Obwohl mit mehr Kraftstoff hier gemeint ist, dass der Kraftstoff besser verbrannt wird.

Anwendung findet diese Technologie hauptsächlich bei Dieselmotoren.Turbolader, Quelle: Volkswagen.at
Quelle: Volkswagen.at


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