Verfasst von: Martin Rösler | 22. September, 2008

Volt

Im Bezug zum letzten Artikel fand ich in der Süddeutschen Zeitung einen Bericht über den Chevrolet Volt. Der Name macht nicht viel her, wenn man an X6, Nubira, Passat oder Range Rover denkt. Aber der Chevy Volt kann uns das Gegenteil zeigen: wenig Kraftstoffverbrauch, elektrisch angetrieben…

Wie das geht? – Hier läuft ein konventioneller Verbrennungsmotor und erzeugt elektrische Energie. Diese elektrische Energie wird durch hochleistungsakkus gespeichert und in hocheffizienten Elektromotoren wieder verbraucht. Warum lohnt sich dieser Umweg? – Jeder Motor folgt einem Muscheldiagramm, woraus sich in Abhängigkeit von der Belastung (z.B. Bergfahrt, Zuladung usw.), Geschwindigkeit und Drehzahl ein Verbrauch ergibt. Ich kann also einen Motor so „fahren“, dass er wenig verbraucht – und trotzdem elektrische Antriebsenergie bereitstellen kann. Das ist ein einfaches Rezept.

Warum nicht eher, kann man sich da fragen. Ein Grund ist, dass man Platz braucht. Die Akkus und Antriebsaggregate brauchen Platz. Dazu sind sie noch recht schwer. Sie sind bei unsachgemäßer Handhabung gefährlich – insbesondere die Akkus. Das alles erfordert eine steife und sichere Karosserie. Früher – vor dem Karbon und Aluminiumzeitalter undenkbar schwer und teuer. Heute haben diese Fahrzeuge quasi das Standardgewicht ihrer Artgenossen, die sich „nur“ mit einem Verbrennungsmotor begnügen. Aber sie sind auch etwas teurer- bedingt durch hohe Rohstoffpreise und moderne Werkstoffe.

Vielleicht sieht die GINA Light Vision von BMW ein ähnliches Konzept vor? – Insbesondere die „Auto-Haut“ ist ein interessanter Ansatz für leicht Fahrzeuge.

Verfasst von: Martin Rösler | 15. September, 2008

Saubere Elektroautos?

Der Trend geht in unserer Gesellschaft mittlerweile dahin, dass der individuelle Sparwahn mehr und mehr zunimmt und von merkwürdigen Unfug begleitet ist. Der Trend geht bei gar nicht einmal so intensiver Betrachtung der Presse zum Elektroauto. Endlich, sagen die einen – endlich keine Dreckschleudern mehr. Der saubere Strom aus der Steckdose birgt allerdings einen Kohlenstoffhaltigen Gefährten: CO2, Kohlenstoffdioxid. Der Stoff, an dem heute alles gemessen wird. Außer die Blähungen von Kühen – die pusten angeblich nur Methan in die Atmosphäre. Zurück zum Elektroauto. Damit das Auto fahren kann, schuften beispielsweise in chinesischen Kohleminen Arbeiter unter menschenunwürdigen Bedingungen, um günstig – denn Geiz ist ja geil – die chemische Energie für Kohlekraftwerke bereitzustellen. Es ist nichts falsch daran, Kohle zu verstromen. Falsch ist es, das mit einem veralteten Kraftwerk zu tun. Die blutverschmierte Kohle Chinas wird zu 30 bis 40% in elektrische Energie umgewandelt. Das ist Jahreszeit- und Kraftwerksabhängig. Denn auch die Politik kann die gottgegebenen Gesetze der Physik und Chemie nicht überlisten. Die elektrische Energie wird nun über ein Leitungsnetz in die Batterien des Elektroautos geleitet. Auf der Straße kommt am Ende 10% der Energie, die in der Kohle lag, an. Sauber? – Im Prinzip schon. Der Bürger an sich macht ja keinen Dreck. Nur, um eine hohe Reichweite zu erlangen, braucht es leistungsstarke Akkus, die man schnell tauschen oder schnell laden kann und ein leichtes Fahrzeug. Im Fall eines Totalschadens muss das darüberhinaus 100% recycelbar sein. Hier muss viel investiert werden. Hochleistungsbaustoffe sind gefragt. Die hohe Investition wird sich auszahlen. Nur wie lange? – Kann die Stromversorgung Deutschlands den hohen Energiebedarf decken? – Ich meine, dass die Zukunft in (heute schon) hocheffizient verbrennenden Dieselmotoren, Elektroautos und Biokraftstoffen liegen wird. Die Zukunft der Tankstellen wird also sehr bunt. Hier wird man auch mal investieren müssen, wo es sich für das Individuum nicht rechnet – aber für die Umwelt.

Was ich hier anspreche ist die Tatsache, dass die Gesellschaft sehr naiv ist. Man muss kritisch sein, zum eigenen Wohl, zum Wohl der anderen und der Natur. Sicher ist, dass wir nicht nur uns sehen dürfen. Der gesamte Stoffkreislauf in der Welt ist wichtig. Ob es um die Gerechtigkeit in der Primärenergiebereitstellung oder um die Frage, wie sauber Elektroautos wirklich sind, geht, ist dabei eigentlich egal. Es geht um alles. Es bleibt spannend.

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